Guggemusik Riäd-Schlurgi e.V.
Ottenheim
1987

 


  
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Entstehung

  • Was ist eigentlich Guggemusik?
  • Entstehung der Guggemusik Riäd-Schlurgi?
  • Bedeutung des Namens Riäd-Schlurgi?


    Was ist eigentlich Guggemusik?

    Ursprünglich kommt die Guggemusik aus der Schweiz, aus Basel.
    Das Wort Guggemusik entstand als man früher auf Tüten musiziert hat und Tüten heißen auf schweizerdeutsch Gugge. Man könnte also auch sagen, daß Guggemusik Tütenmusik ist.
    Doch von den Tüten ist man heutzutage abgekommen und bedient sich lieber verschiedenen Blasinstrumenten, wie Trompete, Posaune, Tuba, Tenorhorn, usw.! Umrahmt wird die Musik durch das Schlagzeug, daß durch seinen besonderen Rhythmus das Geschehen maßgeblich beeinflußt.
    Bei der Guggemusik werden alle Lieder auswendig gespielt, dabei greifen die Guggemusiken auf unterschiedliche Lieder zurück, bevorzugt werden Top Ten Hits oder Deutsche Schlager, wie z.B. ´Aber bitte mit Sahne´. Ein gutes Beispiel für ein typisches Guggemusiklied ist auch ´Karneval de Paris´, welches im Sommer 98, während der Fußballweltmeisterschaft überall zu hören war. Mittlerweile gibt es Guggemusik nicht nur in der Schweiz, sondern auch in ganz Südwest-Deutschland.
    Die Vorteile liegen eben klar auf der Hand, man muß nicht viel am Instrument können, um mitspielen zu dürfen. Es ist Musik für jeden und von jedem. Ein Motto für die Guggemusik wäre, ´Nit schen aber lut!´.


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    Entstehung der Guggemusik Riäd-Schlurgi?

    Nachdem seit der Neugründung des Elferrats bis einschließlich der Kampagne ´87 das närrische Geschehen im Dorf von einer bunt zusammen gemixten Gruppe von 10 bis 15 Mann des Musikvereins umrahmt wurde, entschlossen sich: Patrick Fertig, Michael Fertig, Thomas Hamm, Bernd Hamm, Thomas Sucher, Andreas Benz und Ulrich Hatt die Sache besser zu organisieren und dies auch mit finanzieller Hilfe zu unterstützen.

    Am 14. Mai 1987 wurden die ersten Investitionen getätigt (Beleg beim Kassenwart). Beim Musikhaus Pfettscher wurde ein B-Bass für 500 DM und ein B-Flügelhorn für 100 DM gekauft. Die Kosten wurden unter den Gründungsmitgliedern aufgeteilt. Weitere Anschaffungen folgten, so erhielt man zwei kleine Trommeln vom Musikverein wozu Michael Fertig die Felle stiftete.
    Im Juni erwarb Ulrich Hatt ein Jagdhorn für 50 DM bei seinem Urlaub in Frankreich und von Werner Bühler aus Marlen erstanden wir eine Posaune für 150 DM.
    Doch die Zeit war zu knapp, so daß die Fasnacht 1988 nicht wesentlich anderst verlief als die Fasnacht 1987. Doch jetzt begann die steile Karriere. Für die Umzüge in Kappel und Friesenheim sowie für die Begleitung des Elferrats in Ottenheim erhielten wir von der Fasentzunft 400 DM.

    Am 28.2.88 trafen sich die Gründungsmitglieder im Anglerheim. Man sprach über die finanzielle Lage, der Vorstellung von Maske und Uniform sowie über die Aufnahme von weiteren Mitgliedern. Am 5. März traf man sich dort erneut. Thomas Hamm zeigte eine Hose als Beispiel für eine Uniform. Rolf Schüssele war bei dieser Besprechung auch anwesend und tratt der Guggemusik bei.
    Am 7.April traf man sich zu einer Besprechung mit den Schnooge-Hansili bei Jürgen Doll. Die Narrengruppe Schnooge-Hansili machte den Vorschlag man könne Kleidung und Maske ihres Kostüms übernehmen müsse jedoch dann ihnen beitreten.

    Bei einer Besprechung am 10. April in der Rheinlust wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Man beschloß nun das Problem selbst in die Hand zu nehmen.

    Am 15. April fuhren Patrick Fertig, Thomas Sucher und Michael Fertig in ein Stoffgeschäft nach Ettenheim um Stoffmuster zu holen.

    Am 17.April traf man sich wieder im Anglerheim wo man nun die Farbe der Kleidung festgelegt: Oberteil= rot/schwarz Hose= blau, halblang. Nun mußte nur noch die Quantität gesteigert werden.
    So lud man alle Interresenten die sich aus der Jugend des Musikvereins ergaben am 24.April in den Gugelhupf (Adler) ein. Stefan Bruder, Ralf Kurz, Christoph Krämer Andreas Gnacke, Bernd Liermann und Anja Himmelsbach traten bei, wobei die Mitgliederzahl auf 15 Musiker anstieg. Von allen 15 wurde nun 70 DM kassiert um Stoff für ein einheitliches Kostüm zu kaufen. Unter Anleitung von Margarete Benz und Elfriede Fertig die bereits ein Muster fertigten, trafen sich dann fast alle Mütter zu einem gemeinsamen Nähabend bei Fertigs.

    Im Laufe des Jahres 1988 gelang uns ein absoluter Glücksgriff.
    Das Musikhaus Pfettscher hatte ein Sausaphone für 500 DM. Da sich Ralf Liermann bereit erklärte der Guggemusik den B-Bass für 500 DM abzukaufen um so den Kauf des Sausaphones zu ermöglichen schlugen wir gleich zu. (Sausaphone + eine gebrauchte Posaune für 600 DM)

    Siegfried Rieth wurde sofort damit beauftragt eine Verlängerung von ca. 50 cm für den Schallbecher zu fertigen. Danach wurde es von Ralf und Walter Kurz noch rot lackiert und fertig war das außergewöhnliche Instrument, das uns erst richtig zur Guggemusik machte.

    Im Juli 1988 erwarb man noch Becken sowie 2 Spannreifen und 1 Fell einer großen Trommel von Werner Bühler aus Marlen für 40 DM. Andreas Benz und Thomas Sucher fertigten daraus später eine selbstgebaute große Trommel. Ebenfalls im Juli kauften wir noch zwei Überschlagtrommeln sowie eine Landsknechttrommel für 440 DM.

    Mit diesen Käufen hatte man nun das Ziel erreicht unabhängig von den Instrumenten des Musikvereins zu sein. Die Kampagne 1988/89 konnte beginnen. Unsere Auftritte beim Umzug in Lahr (hiervon existieren noch Gruppenbilder), in Grafenhausen (viele schöne Mädchen machten Odner Guggemusiker verrückt) - wo Stefan Bianca kennen lernte -, Hemdglunkerumzug, Fasnachtssonntag in der ´Alten Kirche´, Rosenmontag in der ´Alten Turnhalle´ sowie die Fasnachtsverbrennung am Dienstag waren sehr erfolgreich.

    Nach der Fasnacht wollte man nun voller Eifer die Sache mit den Masken angehen. Man fertigte bei Andreas Benz eine Grundform aus Gips. Nun beklebten wir diese Form mit Zeitungsschnipsel und Kleister bis zu einer Dicke von ca. 3mm. Das ganze ca. 15 mal. Man traf sich fast durch die ganze Sommerzeit hinweg ca. 2 mal wöchentlich. Nachdem alle Rohmasken erstellt waren wurden sie angemalt.

    Nun kam das Problem mit den Haaren woran schließlich wieder alles scheiterte. Basthaare für 150 DM pro Stück waren zu teuer, zumal es auch Schwierigkeiten mit der Befestigung gab. Wir packten alle in eine große Schachtel -> vergessen!

    Im Laufe des Jahres stießen noch Peter Wüger und Thomas Elble zur Gruppe hinzu. Mehr lief 1989 nicht, da man die meiste Zeit damit ´vergeudete´ Masken selbst zu machen.

    Bei der ersten öffentlichen Fasnachtseröffnung am 11.11.89 in der ´Alten Kirche´ bereicherten wir das Programm mit einem kurzen Auftritt.

    Das Jahr 1990 wurde noch wesentlich wilder. Umzüge in Altdorf, Oberschopfheim, Lahr, Hemdglunkerumzug, ´Alte Kirche´ (Sonntag), Festhalle Ichenheim (Sonntag), ´Alte Turnhalle´ (Rosenmontag), Umzug Grafenhausen sowie Fasnachtsverbrennung (beides Dienstag) standen auf dem Programm. Besonders hervorzuheben sind die Umzüge in Oberschopfheim und Grafenhausen. In Oberschopfheim wurden Pfeifen und Kappen verschenkt oder eingetauscht gegen 0,5 l Schorle. Zu später Stunde kam Bernhard Benz noch in den Sinn, daß nahe der Festhalle ein ihm gut bekannter Architekt wohnt. Kurz darauf standen Riäd-Schlurgi, Odner-Hexen, Clown-Gruppe und der Elferrat in dessen Hof.

    Zum Glück fuhr man wie zu jedem Umzug mit einem Bus, doch trotzdem hatte so mancher Probleme von der Bushaltestelle aus den richtigen Weg nach Hause zu finden.

    Doch in Grafenhausen kam es noch schlimmer, gingen doch auch zum ersten mal Riäd-Schlurgi und Odner-Hexen alleine zu einem Umzug. Ein Fehler des Veranstalters war, den Wein für die teilnehmenden Gruppen schon vor dem Umzug auf den Tisch zu stellen. Da es draußen stark stürmte beschlossen die Ottenheimer am Umzug nicht teilzunehmen und so lange in der Halle zu verweilen.

    Bei der Fasnachtsverbrennung Abends in Ottenheim hatte der Elferrat eine wahre Freude an uns und den Hexen.

    Nach dieser Kampagne traten Rolf Bühler, Stefan Benz, Tobias Gnacke und Ralf Zimmer bei. Es wurden Masken aus Basel angeschafft die 1991 aufgrund des Golf - Krieges jedoch nur 1 mal beim Umzug in Orschweier gezeigt werden konnten.

    Bei allem Weiteren war die Guggemusik aus den Kinderschuhen, so daß davon genügend Schriftstücke (Sitzungsberichte, Zeitungsberichte, Terminpläne etc.) und Bilder existieren - Priorität hatte für mich deshalb die Erfassung der Aktivitäten der ersten Jahre was somit erfolgte.


    02.06.1999
    Patrick Fertig


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    Bedeutung des Namens Riäd-Schlurgi?

    Nachdem man sich einig war, Guggemusik an der Fasnacht zu betreiben, brauchte man noch einen Namen. Dabei half die Gegend, denn Ottenheim liegt im Ried.
    Im Dialekt heißt das Ried ´Riäd´ und auf Schlurgi ist man gekommen, da man mit den Holzschuhen schlurgt,... also war der Name Riäd-Schlurgi geboren.


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